Schönheit und Geborgenheit sind kein Luxus, sondern Notwendigkeiten - 2/55Thoughts
Schönheit und Geborgenheit – kein Luxus, sondern Notwendigkeit
Das Thema Zuhause ist über die Weihnachtstage für viele Menschen besonders präsent. Vielleicht, weil es zu Hause hektisch zugeht und kaum Raum für Besinnlichkeit bleibt. Vielleicht, weil Einsamkeit, Langeweile oder Sinnfragen in Bezug auf das eigene Leben berührt werden.
Dieses Jahr war Weihnachten für mich sehr ruhig. Ich war so gar nicht in Weihnachtsstimmung, und daher gab es kaum Schmuck und Pomp – tatsächlich war der einzige Schmuck des Tannenbaums eine Lichterkette. Und doch – vielleicht gerade deswegen – finde ich ihn so schön, dass er mich in seinen Bann zieht.
Ich mag Tannen und so habe ich die letzten Tage viele Stunden da gesessen, mich am Funkeln der Lichter erfreut, die Aststruktur angeschaut und die Würde – und auch Freude –, die der Baum für mich ausstrahlt, genossen – ebenso die Stille, die im Raum laut zu hören war.
Und ich habe intensiv wahrnehmen können, wie stark ein einzelner Baum die Stimmung im Raum verändern kann.
Unser Alltag ist oft so strukturiert, dass unser Nervensystem überfrachtet und überfordert wird. Viel zu selten halten wir uns in Räumen auf, in denen wir wirklich regenerieren können. Räume, in denen wir das Gefühl haben, nur sein ist bedingungslos erlaubt.
Selbst wenn wir wissen, wo wir solche Räume für uns finden, nutzen wir sie oft zu wenig – vielleicht, weil Ruhe, Schönheit und Geborgenheit für viele von uns fast wie Luxusgüter erscheinen.
Das ist nachvollziehbar. Wir sind gesellschaftlich weltweit übermäßig mit Konflikten, Kriegen, Schmerz und Trennung konfrontiert…
…und manchmal reicht allein das Denken daran, um zu spüren, wie sehr unser Nervensystem davon berührt und gefordert wird.
Doch gerade deshalb ist es so wichtig, Räume zu schaffen, die uns nähren. Orte, die wir schön finden und an denen wir bewusst Atem holen können. Dabei geht es nicht um Perfektion, teures Design oder den "Schöner Wohnen" Effekt.
Es geht um Präsenz, Wohlgefühl und die kleinen Dinge: Licht, Farben, Musik, Bücher, Duft, Wärme.
Zuhause ankommen heißt für mich, bei mir selbst und in meinem Umfeld ankommen - selbst wenn es nur ein einzelner Raum ist, in dem ich mich wohlfühle. Ein Raum, in dem ich mich ausdrücken kann, wie es für mich gerade stimmt.
Im chinesischen Horoskop beginnt 2026 das Jahr des Feuerpferdes – ein Jahr voller Bewegung, Energie, Motivation und Schnelligkeit. Diese Dynamik wird uns sicherlich inspirieren und voranbringen. Gleichzeitig kann sie den Einen oder Anderen herausfordern die Balance zu halten – besonders, wenn es an Integrationsphasen und Räumen zur Regeneration mangelt.
Oh ja, es ist eine hohe Kunst und Lernaufgabe, in sich selbst zu ruhen – selbst wenn das äußere Umfeld störend ist (zumindest für mich :)).
Doch wenn wir die Möglichkeit haben, unser Umfeld ästhetisch, harmonisch, nährend zu gestalten – und sei es nur ein kleiner Winkel –, dann sollten wir das auch tun. Solche Räume schenken uns Kraft, Ruhe und ein bisschen Stabilität. Bestenfalls treten wir wieder in die Welt und können Herausforderungen gelassener oder humorvoller begegnen. Kunst kann ein Anker sein – Musik, ein Duft, ein Bild. Bestenfalls berühren sie unsere Sinne positiv und entspannen unser Nervensystem, auf eine Weise, wie Worte allein es nicht können.
Langsamkeit, Geborgenheit, Schönheit – und alles, was damit verbunden ist: Kunst, Handwerk, Nahrung, liebevolle Beziehungen, Natur – sind kein Luxus. Sie sind notwendig.
Notwendig, um mit uns selbst in Kontakt zu bleiben und Veränderungen im Leben nicht nur zu überstehen, sondern sich ihnen bewusst zu öffnen und sie zu meistern.
Vielleicht hast du in den kommenden Tagen Lust, bewusst wahrzunehmen, welche Räume, Lichtstimmungen, Farben oder kleinen Rituale dir Geborgenheit, Ruhe und Freude schenken – und deinen Jahreswechsel entsprechend zu gestalten.
Herzliche Grüße
Sabine









